Projekte

Jedes Jahr werden durch die Spendensummen der "Windflüchter" Charity-Gala verschiedenste Projekte durch die Stiftung "Betroffen" verwirklicht. Diese möchten wir Ihnen im folgenden kurz vorstellen:

2017

Hospiz "Gezeiten"

Die Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt Stralsund GmbH hat für schwerkranke Menschen und deren Angehörige einen Raum geschaffen, um in Würde Abschied nehmen zu können - das Hospiz "Gezeiten". Damit wurde die palliative Versorgungsstruktur in der Hansestadt neben einer ambulanten Versorgung auf eine stationäre Betreuung erweitert. Das Haus verfügt über acht wohnlich gestaltete Einzelzimmer sowie einen "Raum der Stille", um Ruhe und Abstand von belastenden Situationen zu finden und einen "Raum der Begegnung", der den Gemeinschaftsraum darstellt.

Das Angebot richtet sich an Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung, die nicht mehr heilbar ist und die zu Hause Ieben und versorgt werden. Ihnen wird hier die Möglichkeit eröffnet, tagsüber in Kontakt mit Menschen zu kommen und an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen, anstatt alleine zu Hause zu sein. Gleichzeitig müssen sie ihr zu Hause in der gewohnten Umgebung nicht aufgeben. Die Menschen kommen tagsüber ins Hospiz und kehren am Ende des Tages wieder in die Autonomie nach Hause zurück.
Durch diese Tagesstruktur und den geselligen Charakter wird ihr Lebensumfeld erweitert und bereichert. Die Tagespflege ermöglicht auch die Begegnung von Schwerstkranken untereinander, so dass der krankheitsbedingten Isolation entgegen gewirkt wird.
Ziel ist es auch, die pflegenden Angehörigen zu entlasten, um das System Familie zu stabilisieren.

Die Umsetzung dieses in Mecklenburg-Vorpommern einmalige und erweiterte Angebot wurde unter anderem durch das Engagement der Stiftung "Betroffen" möglich, da die eingenommen Spendengelder der Gala für die Einrichtung und anspruchsvolle Ausgestaltung von zwei zusätzlichen Tagespflegeplätzen verwendet wurde  und somit das Hospiz "Gezeiten" neu eröffnet werden konnte.

Kinderspielplatz uniklinik greifswald

Die Greifswalder Universitätsklinik gründete vor langer Zeit einen gemeinnützigen Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter. Im Jahr 2016 eröffnete der Verein das neue Eltern-Kind-Haus "Dr. Mildred Scheel" mit mehreren Appartments. Das Elternhaus ermöglicht Familien mit krebskranken Kindern, während der Therapien und Behandlungen zur Unterstützung in der Nähe ihrer Kinder zu sein und sich von dem anstrengenden Aufenthalt auf der Station zurückzuziehen oder auch gemeinsam mit ihren Kindern im Elternhaus zu entspannen.

Was dem Elternhaus bisher gefehlt hat, ist ein Spielplatz, sowohl für mit untergebrachte Geschwisterkinder, aber auch für die kleinen Patienten selbst. Dieser konnte dank der Stiftung "Betroffen" und der im Rahmen der Gala eingenommen Mittel Realität werden.

Mutperlenprojekt

Die Stiftung "Betroffen" unterstützte ebenfalls das bereits an der Greifswalder Kinderonkologie etablierte "Mutperlenprojekt". "Mutperlen" ist ein bundesweites Projekt der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Es wurde entwickelt, um krebskranken Kindern Mut zu machen und sie für ihre Tapferkeit zu belohnen. Mit der Vorfreude auf die Belohnung soll den Kindern ein Stück weit die Angst vor der Behandlung genommen werden. Da es für jede Behandlungs- oder Untersuchungsmaßnahme eine spezielle Perle gibt, entstehen mit der Zeit ganz bunte, individuelle Ketten.

2018

Wünschewagen

Noch einmal das Meer sehen, ein letztes Mal die Lieblingsband erleben oder mit dem Lieblingsfußballverein im Station fiebern - Die Wünschewagen des ASB machen es möglich. Das Projekt wurde 2014 ins Leben gerufen, um Menschen am Ende ihres Lebens einen letzten Wunsch zu erfüllen.  Inzwischen fahren die Wünschewagen bundesweit ihre Passagiere zu einem Ziel ihrer Wahl. Das Projekt wird rein ehrenamtlich getragen und ausschließlich durch Spenden finanziert.

Der Wünschewagen ist speziell auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt: spezielle Stoßdämpfer, eine Musikanlage sowie ein harmonisches Konzept aus Licht und Farben machen die Reise zu einem angenehmen Erlebnis. Eine verspiegelte Rundum-Verglasung bietet einen Panorama-Blick in die Umgebung. Zugleich verfügen alle Wünschewagen über eine moderne notfallmedizinische Ausstattung, sodass das ASB-Team im Notfall medizinische Hilfe leisten kann. Mindestens ein Rettungssanitäter sitzt immer im Wagen.

Das Wünschewagen-Projekt lebt ausschließlich von Spenden, Eigenmitteln und dem Engagement hunderter Ehrenamtlicher. Die Wünsche sind für die Fahrgäste und Begleitpersonen kostenfrei. Spenden helfen,  die Reisekosten zu den Wunschorten, die Schulungen unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Dienstkleidung sowie Anschaffung und Ausstattung der Fahrzeuge zu finanzieren.

Die über die Gala eingenommen Spendengelder haben die Ausstattung des Wünschewagen noch weiter verbessert. So wurde ein elektrischer Transportstuhl für den bequemen und sicheren Transport aus schwierigen häuslichen Räumlichkeiten sowie eine "gedämpfte" Liege für den Transport körperlich großer Menschen angeschafft.

2019

"MV gegen HPV"-Kampagne

Die Stiftung „Betroffen“ setzt sich ab 2019 mit der Kampagne „MV gegen HPV“ für eine flächendeckende HPV-Impfung von Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren in unserem Land ein.

Die Entstehung der meisten Krebsarten können wir kaum oder gar nicht beeinflussen – anders beim Gebärmutterhalskrebs, der auf eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zurück-zuführen ist. Dieser Infektion können Sie durch eine frühzeitige Impfung Ihres Kindes vorbeugen. Aktuell erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland rund 4.600 Frauen jährlich neu an Gebärmutter-halskrebs, mehr als 1.500 versterben daran! Trotz dieses Wissens ist in Deutschland weniger als die Hälfte der 15-jährigen  Mädchen geimpft, bei den Jungen ist die Impfung gar die seltene Ausnahme.

Die Stiftung "Betroffen" will für das Thema sensibilisieren und komprimierte Informationen praxisnah bereitstellen. Hierzu ist eine breit angelegte Kampagne vorgesehen, u.a. mit Beiträgen in den sozialen Medien, die durch Kinder und Jugendliche täglich genutzt werden, Informationsveranstaltungen in Schulen für Eltern und Kinder/Jugendliche sowie der Aufbau einer entsprechende Internetseite.

 

 

Krebs und Sport

Klinische Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormollen Therapie reduzieren kann. Außerdem steigt die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt - was die Lebensqualität enorm verbessern kann. Doch nicht nur das: Sport, richtig angewandt, erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Körperliche Aktivität hat damit direkte Einflüsse auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Krebserkrankung und das Rückfallrisiko.

Dieses Wissen ist leider derzeit noch nicht ausreichend in der Versorgungspraxis angekommen. Deshalb möchte die Stiftung zum einen diese Botschaft verstärkt in die Öffentlichkeit tragen, zum anderen aber auch entsprechende regionale Projekte auf den Weg bringen. Konkret ist hierzu im ersten Schritt eine Kooperation mit dem Hansedom vereinbart worden. Inhalt der Zusammenarbeit ist es, Betroffenen niederschwellig kostenfreie Angebote für Sport und Bewegung während der Krebstherapie zu unterbreiten.

Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, desto größer der Effekt.  Dennoch ist auch Vorsicht vor Überlastung geboten, es gilt ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten des Patienten angepasstes Trainingsprogramm zu entwerfen. Dazu bedarf es speziell für Tumorpatienten weitergebildeter Trainer – auch Teil der gemeinsam zu lösenden Herausforderung!